Refugio VS Kontaktstelle für traumatisierte Flüchtlinge leistet wertvolle Arbeit.

Das Flüchtlingsthema bewegt uns Bürger seit Monaten und ist aktueller wie nie zuvor. Tagtäglich berichten uns Medien über das Märtyrertum, das Flüchtlinge mitmachen müssen bis sie Deutschland erreichen. Aus diesem Grund trafen sich die Freien Wähler am 16.2.2016 in den Räumlichkeiten der Naturheilpraxis Schneider in VS-Villingen und ließen sich von der Geschäftsführerin von Refugio VS, Frau Dr. Astrid Sterzel, ausführlich informieren.

Die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen ist auf den folgenden 4 Säulen aufgebaut:

Psychotherapie, Sozialpädagogik, Asylverfahrensbegleitung und Finanzierung.

Als sehr wichtiger Ansatz ist die Psychotherapie zu sehen. Das Erlebte auf der Flucht nach Deutschland muss erst einmal von den traumatisierten Flüchtlingen mit Hilfe von Psychologischer und psychotherapeutischer Beratung und Begleitung verarbeitet werden. Hierzu gehören Erlebnisse wie Gefahren durch Bombardierung und anderen Kriegseinflüssen, die erlebt wurden. Viele Flüchtlinge sahen ihre zerstörte Heimat, Leichen, Verletzte und vieles andere mehr. Als anspruchsvolle Herausforderung ist auch die Therapie mit vergewaltigen Frauen zu sehen, deren Vertrauen erst einmal gewonnen werden muss, um das Erlebte zu verarbeiten. Die Bilder der Vergangenheit erscheinen in Gedanken immer wieder. Der größte Teil der Erwachsenden und Kinder sind davon betroffen. Hierzu bedarf es normalerweise einer langfristigen Therapie, jedoch werden aufgrund der Mittel nur 3 – 5 Sitzungen genehmigt. Der meiste Aufwand während der Sitzungen muss mit Dolmetschen geleistet werden. Für die eigentliche Therapie bleiben nur 1,5 Stunden. Jeder kann sich vorstellen, dass dies bei weitem nicht ausreicht.

Weitere Belastungen der Flüchtlinge sind die Unsicherheit ob ihr Asylantrag erfolgreich ist und das lange Warten bis zum Bescheid, Sprachbarrieren, Heimweh, das Sehnen nach der Großfamilie. Viele fragen sich ob sie nach der gesetzlichen Frist eine entsprechende Arbeit finden können. Schulden durch Schlepper und Kosten für Rechtanwälte sind eine weiter schwere Last die zu tragen ist. Refugio steht auch hier mit Sozialpädagogen und Mitarbeitern zur Seite und versucht Erleichterung zu verschaffen. Hier leistet man Hilfe z.B. beim Asylantragsverfahren, Begleitung bei Behörden und vieles mehr. Refugio hilft auch über die Gruppenarbeit, unterstützt bei der Freizeitgestaltung und Schulungen. Die Mitarbeiter von Refugio begleiten auch bei der Alltagsbewältigung, der Wohnungssuche sowie Praktika und bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Die Arbeit von Refugio muss, wie sich jeder denken kann, auch finanzierten werden.

So betrug die Primärförderung für das Jahr 2015 durch den Landkreis Schwarzwald-Baar € 25.000,–. Die Stadt Villingen-Schwenningen fördert Refugio durch den Erlass von Kaltmiete für die Büro- und Therapieräume. Primär werden jedoch nur ca. 25 % der Kosten gedeckt. Besonders hervorzuheben ist das private Engagement, welches bis zu 40 % der Kosten abdeckt. Hierzu gehören private Spender, Kirchen und viele andere.

Der Bund selbst unterstützt Refugio mit 0 %, (nichts).

Ein Antrag, zur Förderung, beim Europäischen Flüchtlingsfond über € 180.000,– für die Jahre 2015 – 2017 wurde abgelehnt, weil zu wenig Fördergelder zur Verfügung stehen. Damit entsteht ein Fehlbetrag für den genannten Zeitraum von € 180.000,–.

 

Die Freien Wähler zeigten sich tief beeindruckt von der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen und den dazu gehörenden Problemen. Bürger/innen können sich über die Arbeit von Refugio mit traumatisierten Flüchtlingen bei www.refugio-vs.de ausführlich informieren und sich Unterstützungsmöglichkeiten ansehen.

 

 

Bericht: Freie Wähler Ortsverband


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