Oberförster Hubert Ganter
hat für die Stadt Villingen/ Schwarzwald so viel geleistet, dass es allen, die nach ihm gekommen sind, schwer sein wird, sein Wirken und seinen Einsatz für das Wohl der Stadt zu übertreffen. Eine Straße im Kurviertel und das sogenannte Ganter-Denkmal beim Kirnacher Bahnhöfle erinnern an sein wirken.

Gegen Widerstand im Gemeinderat setzte er stadtnahe Aufforstungsachen durch, damit die Bürger im herannahenden Wald sich erholen konnten. Durch den Ausbau eines großen Netzes von Spazierwegen erschloss er die schönsten Stellen des Stadtwaldes für den Tourismus.

Weil man dafür kein Geld locker machen wollte, gründet er einen Verschönerungsverein als ‚Schutztruppe‘ im Kampf mit Rat und Verwaltung der Stadt. Dieser Verein unterstützte Ganter in allen seinen Vorhaben und sammelte auch Geld für die touristische Verschönerung des Stadtwaldes. Ganter initiierte den Bau des Waldhotels, welches sogar dem Großherzog imponierte. 1887 gründete er eine Aktiengesellschaft mit dem Ziel, einen 30 m hohen Aussichtsturm zu errichten. Seine Einweihung war ein rauschendes Fest mit Gästen aus Nah und Fern. Im Jahresheft des Geschichts- und Heimatvereins von 1988/89 hat sein Nachfolger im Amt, Ulrich Rodenwaldt, Ganter ein ehrendes Andenken bewahrt.

Und heute: Ein Besuch des Ganterdenkmals, einer Station am neuen Genusswanderweg, sagt mehr als Worte: In ungepflegtem Umfeld, lieblos gestaltet, gedenkt man eines Mannes, der so viel für ’seinen‘ Wald erreicht hat.

Millionen für ein zentrales Rathaus wollte man aus dem Wald erwirtschaften. Heute sind ein paar Hundert Euro zu viel, um das Denkmal eines so verdienstvollen Mannes angemessen zu pflegen. Aber vernachlässigen wir die Geschichte der Stadt nicht auch andernorts ständig?

Wolfgang Berweck FWV


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