Zur ersten Veranstaltung im neuen Jahr hatten die Freien Wähler des Ortsverbandes VS die Mitglieder und Interessierte zu einer Besichtigung des stationären Hospiz Via Luce eingeladen.

Freie Wähler - 24.03.15 - Besicht. Hospiz - Erich, Gregor u. Sonja

Freie Wähler - 24.03.15 - Besicht. Hospiz - Führung der Gruppe durch das Haus

Freie Wähler - 24.03.15 - Besicht. Hospiz - Führung v. Maria Noce

Freie Wähler - 24.03.15 - Besicht. Hospiz Gruppenfoto

Freie Wähler - 24.03.15 - Bilder über den Lichtweg

Für die meisten war es siche    rlich absolutes Neuland, ein Hospiz direkt und ganz nah zu erleben. Ist doch die Bezeichnung Hospiz unmittelbar mit dem  Sterben und dem sicheren Tod unzertrennlich verbunden. Zu sehen und zu erfahren, was und wie letztlich tatsächlich im Alltag der Einrichtung passiert und vor allem was die Mitarbeiter bewegt, sich der Sterbebegleitung  anzunehmen, war sehr eindrucksvoll und nachhaltig.

Frau Maria Noce, Geschäftsführerin des Hospiz Via Luce begrüßte die Gruppe um die Vorstände und Fraktionsmitglieder der Freien Wähler sehr herzlich und zeigte sich dankbar über den Besuch. Im weiteren Verlauf berichtete die Pflegedienstleiterin Mechtild Wohnhaas-Ziegler, unterstütz durch eine Lichtbildpräsentation vom Leben der Gäste und Angehörigen im Hospiz. Im Mittelpunkt allen Tuns steht zuerst der Gast. Im Hospiz via Luce, übersetzt Lichtweg, gibt es keine Pflegebedürftigen und keine Patienten, es gibt nur Gäste. Gäste , die es auf ihrem letzten Weg so schön und unbeschwert  wie nur möglich, auch im Kreise der Angehörigen, haben sollen.

Für die Aufnahme in das Hospiz Via Luce gelten die gesetzlichen Voraussetzungen nach § 39 a Satz 4 SGB V, die für alle Hospize gelten. 90% der Kosten übernimmt die Kranken und Pflegekasse, 10% der Kosten muss das Hospiz über Spenden finanzieren. Der Gast muss nichts bezahlen. Im Stationären Hospiz stehen derzeit sieben Gästebetten zur Verfügung. Hinzu kommt ein Angehörigenzimmer. Zu jeder Schicht kümmern sich 3 ausgebildete Fachkräfte um die Gäste. Die angesprochenen und fehlenden 10% zur Kostendeckung, die im Fachjargon als Abmangel bezeichnet werden, bedeuten für das Hospiz Via Luce den stolzen Betrag von rund 120.000;- € jährlich, der über Benefizveranstaltungen und Spenden eingenommen werden muss.

Nach den ausführlichen Informationen stand dann Frau Maria Noce Rede und Antwort. Keinesfalls sei die Stimmung im Hospiz gedrückt und ruhig oder gar leise, vielmehr sei es in der Gemeinschaft lustig und laut, einfach das Leben in all seinen Facetten. Gemeinsam ist das Motto, gemeinsam essen, reden, singen und spielen. Doch wenn ein Gast seine Ruhe möchte, hat er immer die Möglichkeit, sich in sein Zimmer zurück zu ziehen. Zimmer welche sehr individuell und größtenteils mit persönlichen Bildern und liebgewonnenen Gegenständen der Gäste eingerichtet sind.

Ein wenig verrückt, so nannte Gemeinderat Henning Lichte Frau Noce. Anders könnte Sie die vielen kleinen Dinge zum großen Ganzen kaum stemmen. Und Sie ist mit Ihrer Vision noch lange nicht am Ziel.  Ein Kinder und Jugendhospiz steht auf der Aufgabenliste ganz oben. Der Plan steht und wird baldmöglichst umgesetzt. Zunächst müssen jedoch die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Hierfür steht sehr viel Arbeit und Engagement auf der Agenda. Wer Maria Noce an diesem Tag erlebt hat, konnte jedoch mit dem sicheren Gefühl nach Hause gehen, dass sie auch dieses Ziel erreichen wird.

Abschließend stand eine kleine Führung durch das Haus auf dem Programm. Der Gruppe wurden die hellen Gemeinschaftsräume und die Angehörigenbereiche gezeigt. Viele berührende und intensive Eindrücke nahmen die anwesenden Besucher mit und  man war sich einig, das Hospiz mit Spenden oder sogar als  ehrenamtliche Helfer zu unterstützen . Dies war eine besondere Veranstaltung, die jedem einzelnen sicherlich eine ganz und gar neue Sichtweise zum wichtigen Thema Hospiz und Sterbebegleitung vermittelt hat.

Text und Bilder: Bernd Lösselt


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