Ziehen mit  verschiedenen Schwerpunkten in den Wahlkampf (von links): Janine Roth, Andreas Flöß, Norbert Peter, Berthold Hespeler, Sybille Fuchs, Amapola Rodriguez Oltra-Schneider, Dagmar Heinrici,  Gabriele Warnke-Gauger,  Karl-Henning Lichte und Fatih Tekerek, die zu den   40 Kandidaten der  Freien Wähler für die Gemeinderatswahl in Villingen-Schwenningen zählen. Foto: Zieglwalner Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Martina Zieglwalner Villingen-Schwenningen. Als bunte Liste, die ein breites Themenspektrum abdeckt und die Bevölkerung widerspiegelt, sehen sich die Freien Wähler, die mit 40 Kandidaten bei der Gemeinderatswahl in Villingen-Schwenningen antreten. Männer und Frauen zwischen 22 und 79 Jahren möchten sich in der Kommunalpolitik einbringen. „Sie haben viele unterschiedliche Facetten, jeder hat seine Stärken, die sich ergänzen“, betont die Ortsvereinsvorsitzende Dagmar Heinrici. So werbe die Liste auch nicht mit einem Wahlprogramm um Stimmen, sondern jeder Kandidat stelle seine eigenen Schwerpunkte dar. Sie führt die Liste an und hat sich auf die Fahnen geschrieben, das Wir-Gefühl in der Stadt zu stärken, die Teilorte, die Vereine und die Jugend zu unterstützen. Eine wichtige Rolle schreibt sie der Wirtschaftsförderung zu.

Dass sich mit Fatih Tekerek ein Schwenninger mit türkischen Wurzeln bewirbt, freut die Freien Wähler besonders. Ihm geht es um Integration, er möchte Vorurteile abbauen und für seine Landsleute ein Vorbild sein, aufeinander zuzugehen und sich in der Stadt zu engagieren. Inklusion liegt Sascha Fuchs am Herzen, der seit einem Unfall die Probleme von Menschen mit Behinderung kennt und diese Erfahrungen für die politische Arbeit nutzen will. Das gilt auch für seine Mutter Sybille Fuchs, die mehr Ehrlichkeit im Gemeinderat fordert. Ihr Augenmerk gilt zudem der Finanzpolitik und der Jugend, vor allem hofft sie, dass verstärkt Frauen mitwirken.

Frauenpolitik ist auch ein Anliegen von Amapola Rodriguez Oltra-Schneider, in der Politik müsse das Denken aus weiblicher Sicht viel selbstverständlicher als bisher sein. Wichtig sei es, das wenig genutzte touristische Potential auszuschöpfen. „Es ist ein Jammer, wie wenig da passiert“, stellt Gabriele Warnke-Gauger fest, „da könnten Schätze gehoben werden“. Neben der Kultur widmet sie sich den Senioren, dem demografischen Wandel und modernen Wohnformen, die älteren Menschen eine lange Betreuung in ihrer gewohnten Umgebung ermöglichen.

Alles rund um Bauprojekte sei sein Gebiet, erklärt Andreas Flöß. Er hat sich vorgenommen, sich mit den immer strengeren Gesetzen und Vorschriften auseinanderzusetzen und der Verwaltung in Sachen Kostensteigerungen auf die Finger zu schauen. Denn so könne man nicht mit dem Geld umspringen. Auch Berthold Hespeler kritisiert die hohen Ausgaben. Aufgabe könne es nicht sein, Großprojekte zu verwirklichen, sondern Lösungen für die Bürger zu schaffen und die maroden Straßen zu richten.

Karl-Henning Lichte hält die Kosten für die Verwaltung für zu hoch, gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Denn an sich sei Geld da, aber nicht für die richtigen Zwecke. Sein Steckenpferd sind soziale Themen, Kinder und Jugendliche. Als eine der jüngsten Kandidatinnen nimmt sich auch Janine Roth diesem Bereich an. Sie hat die Hochschule und den Wirtschaftsstandort im Blick, damit junge Menschen in der Region eine Zukunft haben und nicht wegziehen.

Für Norbert Peter sind berufliche Perspektiven ebenso wesentlich. „Villingen und Schwenningen müssen räumlich wie gedanklich zusammenwachsen“, heißt seine Devise. So will er gerade die Menschen zusammenzubringen.

Dieses Zusammenspiel aller präge die Freie Wähler, beschreibt Dagmar Heinrici die Liste. Eines vereine die Kandidaten: die Bürgernähe. „Wir sind für jeden ansprechbar.“

Schwarzwälder-Bote, 14.05.2014


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