15.03.14 Stadtführung in VS-Schwenningen

Trotz Kälteeinbruch und eisigem Wind machten sich  die Freien Wähler Kandidaten und Mitglieder auf den Weg, um den großen Stadtteil Schwenningen neu zu entdecken. Die zweistündigen Stadtführung mit Michael Kopp begann am Schwenninger Bahnhof, der erst im Rahmen der Landesgartenschau so schön gestaltet wurde.

Früher war hier ein großer Umschlagort für die vielen Industriewaren, die in Schwenningen produziert wurden. Auf ihrer Zeitreise durch die 1.000 jährige Geschichte des ehemals größten Dorfes Schwenningen im Königreich Württemberg lernten sie die herausragenden Persönlichkeiten von Schwenningen, Herrn Bürk und Herrn Mauthe kennen. Ihnen ist zu verdanken, dass aus dem protestantischen Dorf Schwenningen zur Mitte des 20. Jahrhunderts die größte Uhrenstadt der Welt wurde. Die Firmen dieser glorreichen Epoche sind zwar verschwunden, aber sie haben ihre Spuren im Stadtbild und in der Mentalität der Bevölkerung hinterlassen. An Bauernhäusern, Taglöhnerhäuser, großbürgerlichen Villen und Geschäftshäusern vorbei ging die spannende Zeitreise zum Mauthepark, in den Garten der Dualen Hochschule mit schönem alten Baumbestand und weiter zum „Olfewiib“ am Marktplatz. Die „Olfewiiber“  waren die ersten emanzipierten Frauen, ohne die die Uhrenindustrie nicht möglich gewesen wäre. Dieser Gedanke gefiel besonders den engagierten Freien Wähler Kandidatinnen, die ihre Vorfahren für ihren Einsatz bewunderten. Die ausführlichen Erläuterungen vom Stadtführer Michael Kopp gewährten den Teilnehmern tiefe Einblicke in die erstaunliche Entwicklung von Schwenningen. Voller Stolz erklärte Herr Kopp den Freien Wählern, dass Schwenningen zu damaligen Zeiten sehr modern war und in vielen Dingen als Vorreiter galt.

Von Herrn Kopp erfuhren die Teilnehmer außerdem noch, dass Schwenningen drei Mal völlig niedergebrannt war und jedes Mal wieder aufgebaut wurde. Das erste Mal war im  Bauernkrieg im Jahr 1525, ein zweites Mal während dem 30 jährigen Krieg und beim dritten Mal brannte Schwenningen zufällig nieder, doch Johannes Bürk ließ es wieder aus eigener Tasche aufbauen und musste für seine gute Tat sogar ins Rottweiler Gefängnis. Der Erfinder Johannes Bürk war nicht nur Unternehmer, sondern eine Zeit lang auch Ratsschreiber. Er war der erste Politiker, der sich dagegen aussprach, dass die Gemeinderäte auf Lebenszeit gewählt werden und setzte durch, dass sie nur noch für 10 Jahre im Amt sein durften. Eine interessante und moderne Sichtweise, die die Freien Wähler gleich intensiv diskutierten.

Aus dem Dorf Schwenningen ist nun ein wichtiger Standort für die Duale Hochschule Baden-Württemberg und der Hochschule für Polizei geworden, die aber auch industrielle Kleinode wie die Firma Steinle, Meder, Kienzle etc. beherbergt.

Die etwas durch gefrorenen Teilnehmer der eindrucksvollen Schwenninger Stadtführung waren sich einig, dass sie dank Herrn Kopp viel neues über den Stadtteil Schwenningen erfahren konnten.

Text & Bild: Dagmar Heinrici

http://youtu.be/ty3t9TkFJao


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